Zwischen Bauchgefühl und Kennzahlen
Ein Praxisblick aus dem Podcast „Crossmarketing – das Kreuz mit dem Marketing“
Video boomt – auch im Mittelstand. Ob Recruitingfilm, Imageclip oder Produktvorstellung: Bewegtbild schafft Nähe, transportiert Emotionen und bleibt im Kopf. Doch viele Unternehmer stellen die berechtigte Frage: „Was bringt mir das eigentlich?“
In der aktuellen Podcastfolge von Das Kreuz mit dem Marketing sprechen Anita Schullerbauer (Bauer & Frischluft / Green Marketing Navi), Tom Faupel (24P Film) und Stefan Nierwetberg (P+P Audio Marketing) darüber, wie sich der Erfolg von Video-Marketing wirklich messen lässt – und warum es dabei um mehr geht als nur Klickzahlen.
Erfolg ist kein Zufall – sondern Zielsetzung
„Ein Imagefilm hat ein anderes Ziel als ein Recruitingfilm. Wenn ich das Ziel nicht kenne, kann ich Erfolg auch nicht messen.“
– Anita Schullerbauer
Die drei Marketingprofis sind sich einig:
Viele Projekte scheitern nicht an der Produktion, sondern an fehlender Klarheit.
Ein gutes Video braucht ein definiertes Ziel, bevor die Kamera überhaupt läuft.
Will ich Vertrauen aufbauen? Neue Mitarbeitende gewinnen? Die Marke emotional aufladen?
Denn davon hängt ab, welche Kennzahlen überhaupt relevant sind:
- Reichweite und Wiedergabedauer zeigen, ob Inhalte gesehen und verstanden werden.
- Verweildauer auf der Website gibt Hinweise auf echtes Interesse.
- Konversionen nach dem Video-Kontakt zeigen, ob die Botschaft wirkt.
Studien belegen:
👉 Videos verlängern die durchschnittliche Verweildauer auf Websites um bis zu 80 % (Wistia Report 2024).
👉 87 % der Marketer sagen, dass Video direkt Vertrauen in Marken aufbaut (HubSpot State of Marketing 2024).
Zwischen KPI und Kaffeepause: Was Zahlen wirklich sagen
„Views ohne Kontext sind wie Applaus ohne Zuhörer.“
– Anita Schullerbauer
Zahlen sind wichtig – aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Klicks, Likes oder Views sind Momentaufnahmen. Wirkung entsteht, wenn Menschen sich mit einer Marke verbunden fühlen, sie wiedererkennen und empfehlen.
Tom Faupel bringt es aus Filmsicht auf den Punkt: „Ein Video muss nicht viral gehen – es muss wirken.“
Das bedeutet: Bessere Gespräche, klarere Anfragen, weniger Erklärungsaufwand.
Stefan Nierwetberg ergänzt aus dem Audiobereich: „Wenn jemand dein Video gesehen und deinen Radiospot gehört hat, erinnert er sich doppelt. Crossmarketing funktioniert, weil Medien sich gegenseitig verstärken.“
Das belegt auch eine Nielsen Crossmedia-Studie:
Unternehmen, die Video, Audio und Online-Marketing kombinieren, erreichen bis zu 35 % höheren ROI – bei gleichem Budget.
ROI im Marketing: Rechnen oder fühlen?
„Marketing ist kein Kostenpunkt, sondern eine Investition.“
– Anita Schullerbauer
Viele KMU möchten den ROI (Return on Investment) schwarz auf weiß sehen. Doch gerade im Bereich Markenaufbau, Recruiting oder Employer Branding lässt sich Wirkung nicht sofort in Euro beziffern.
Anita Schullerbauer empfiehlt daher, ROI breiter zu denken:
- Wie viel Zeit spart der Vertrieb, weil das Video erklärt, was das Unternehmen macht?
- Wie viele Rückfragen im Bewerbungsprozess entfallen?
- Wie oft wird die Marke empfohlen, weil der erste Eindruck überzeugt hat?
Eine Forrester-Studie zeigt:
Marken mit hoher Vertrauenswahrnehmung erzielen 30 % mehr Abschlüsse – und Vertrauen entsteht nicht durch Zahlen, sondern durch authentische Kommunikation.
Der Crossmarketing-Effekt: Wenn Kanäle zusammenspielen
Crossmarketing bedeutet: Audio, Video, Print und Online verzahnen. Ein Recruitingfilm wirkt stärker, wenn er auf Social Media beworben und in Podcasts vertont wird. Ein Imagevideo zahlt mehr ein, wenn Website, Broschüre und Radiokampagne dieselbe Sprache sprechen.
„Wer seine Ziele kennt, kann Erfolg messen.
Wer Kanäle verknüpft, macht Wirkung sichtbar.“
– Anita Schullerbauer
Fazit: Wirkung ist messbar – wenn man sie richtig versteht
- Ziele definieren, bevor produziert wird.
- Kennzahlen wählen, die zur Strategie passen.
- Crossmedial denken, statt isoliert zu rechnen.
- Erfolg regelmäßig reflektieren – nicht nur am Monatsende.
Ein Video allein macht keine Marke – aber es kann ihr Gesicht werden.
Wer Wirkung, Vertrauen und Sichtbarkeit misst, erkennt: Video lohnt sich – auch ohne viralen Hype.
